Kulinarische Reise nach Thailand

Einen Platz zu finden, an dem man sich wohlfühlt, kann man schnell erreichen, indem man einige Kompromisse eingeht. Einen Platz zu finden, an dem man sich ohne Kompromisse – auch über einen längeren Zeitraum – wohlfühlt, findet man seltener, vor allem dann, wenn man an einem Ort bzw. in einem Land und der Region noch nie zuvor gewesen ist. Zusätzlich kommt noch bei mir erschwerend hinzu, dass ich als veganer Rohköstler mit der Nahrungsaufnahme immer so meine Schwierigkeiten habe und immer wieder Kompromisse eingehen muss.

 

Unter diesen Voraussetzungen ging es im Dezember und Januar nach Thailand, genauer gesagt hauptsächlich nach Hua Hin – ungefähr drei Autostunden südlich von Bangkok direkt am Golf von Thailand. Hier ist das Hotel Evason gelegen, dass mit der in dem Ressort liegenden veganen Kochschule „Blue Lotus“ zusammenarbeitet und in den hoteleigenen Restaurants auch selbst erstellte Gerichte aus dem Blue Lotus anbietet.

 

Im Vorfeld zu meiner Reise wurde das Hotel und auch die Kochschule sehr genau hinterfragt und es gab einen regen E-Mail Austausch zu fast allen Themen, die die Ernährung betreffen, angefangen von den Lebensmitteln selbst, welche fast ausschließlich biologischer Herkunft sind, bis hin zu welchen Verarbeitungen die Lebensmittel unterliegen und welche Lebensmittelkombinationen vorgenommen werden. Ebenfalls wurden auch Diskussionen zur Aufbewahrung der Lebensmittel und der erstellten Gerichte geführt.

 

Die Anreise über Doha stellte sich als sehr komfortabel heraus und bei der Anreise verging die Zeit wirklich „wie im Flug“. Endlich am lang ersehnten Tag X angekommen, wurde ich vom Küchenchef persönlich in die Vorgehensweise und die Abläufe während der Zeit meines Aufenthaltes eingewiesen. Der Küchenchef zeigte sich sehr erfreut über die neuen Gedankenansätze und war ebenfalls offen für die vegane Rohkostküche, die ja schon in dem Ressort angewendet wird.

 

Auch wenn das Hotel Evason in Hua Hin von der Bettenanzahl nicht gerade klein ist, besteht bei sämtlichen Speisen, die angeboten werden, eine sehr gute Qualität. Selbst die Kokosnüsse, die in der mittäglichen Wärme gerne von mir getrunken werden, um auch die Elektrolyte wieder aufzufüllen, sind von biologischer Herkunft und können wie so Vieles in dem Hotel bedenkenlos genossen werden. Das Hotel selbst verfügt neben einem eigens nur für das Frühstück hergerichtetem Restaurant noch über zwei weiter Restaurant, in denen man am Abend essen kann. Eines davon ist ein traditionelles thailändisches Restaurant, welches auch diverse Currys anbietet, und das andere beheimatet eine mediterrane Küche. Letzteres hat auf der Karte auch eigens für das Hotel kreierte „signature dishes“ von der veganen Kochschule Blue Lotus, die hier angeboten werden. Abgerundet wird das Angebot noch von einer Bar, in der es rund um die Uhr kleine Snacks gibt und eine Nudel Bar, die direkt am Pool nur zur Mittagszeit geöffnet ist.

 

Vegane Speisen sind in allen Restaurants (sowohl beim Frühstücksbuffet als auch bei den a-la-Carte-Speisen) immer gesondert gekennzeichnet, sowie ist in der Regel auch immer neben der Speise selbst ein Schild aufgebaut, auf dem nicht nur der Name des Gerichtes vermerkt wurde, sondern auch die Inhaltsstoffe. Selbst als Rohköstler findet man an der gut sortierten und reichhaltigen Salatbar, den Nüssen und Samen Tresen und an dem Obst und Früchte Tisch mehr als genug Auswahl. Gerade die einheimischen Früchte der Saison (Mango, Bananen, Guaven und Papayas) sind natürlich besonders gut, aber auch die aus Mauritius importierten Maracujas sind hervorragend. Ebenfalls sind die Karten der Restaurants mit sehr vielen Hinweisen zu den Inhaltsstoffen – unter anderem auch Zuckerzusatz oder nicht sowie ohne oder mit tierischen Inhaltsstoffe – bei allen Speisen sehr ausführlich gekennzeichnet. Zu guter Letzt ist das freundliche Personal immer bereit – und fragt sogar aktiv nach – eine Speise spontan zu kreieren oder Sonderwünsche sehr schnell umzusetzen.

 

Die Kreativität und das schnelle Reagieren zeigt sich besonders auch durch die angegliederte vegane Kochschule Blue Lotus. Hier kann jeder der möchte diverse Kurs besuchen. So gibt es z.B. Kurse, die an einem Tag entweder in der Zeit von 9-12 oder von 14-17 Uhr angeboten werden, aber auch Seminare und Workshops, die auch über einen längeren Zeitraum wie z.B. ein Intensiv-Wochenende oder eine ganze Woche lang gehen. Dazu zählt unter anderem auch das einwöchige Chefs Training als Advanced Level Kurs.

 

Die 3-stündigen Kurse an einem Vor- oder Nachmittag sind sehr gut für Einsteiger geeignet oder aber auch für interessierte Fortgeschrittene, die sich neue Inspirationen erhoffen. Auch die Teilnahme von Kindern (ab 10 Jahre, hängt allerdings von den Kindern natürlich selbst ab) ist ebenfalls möglich.

 

Ich selbst habe die 3-stündigen Kurse gewählt und dann auf mehrere Themen gesetzt. So konnte ich neben „Green Thai Cuisine“, „Pure Brunch“, „gluten-free Pizza“ und „RAW Asia“ gleich verschiedene Kurse belegen, die mir neue Inspirationen geben konnten. Und meine Erwartungen wurden vollends erfüllt!!!

 

Im Rahmen der gluten-free Pizza Stunden wurden verschiedene Bögen herstellt (u.a. auch aus Süßkartoffel und aus Taro) sowie verschiedenen Saucen und „Käse“-Varianten zubereitet. Nebenbei wurden auch noch verschiedene Möglichkeiten des Garnierens und der Verzierungen angesprochen.

Beim Pure Brunch Workshop wurden leichte Frühstücksvarianten zubereitet sowie verschiedene Smoothies/Juices und plant-based Milks. Aber auch die Herstellung von Granula, Pancake Variationen, Getreidemüslis und Fruchttörtchen wurde besprochen und selbst ausprobiert.

Im Green Thai Kurs erhielt ich eine Einweisung in Vor-, Haupt- und Nachspeisen, die aus unverarbeiteten einheimischen Zutaten hergestellt wurden. Ebenfalls wurden die landesspezifischen Kochtechniken erklärt und praktisch angewendet. Im Ergebnis konnte ich dann selbst einige landestypische Gericht wie Spring Rolls, Nudelsuppen oder Bananennachtische erstellen.

 

Besonders gefreut habe ich mich im Vorfeld schon auf den RAW Asia Kurs. Hier konnte ich mich im raw plant based Bereich förmlich „austoben“ und sehr viele Inspirationen über die verschiedenen Geschmacksrichtungen d die damit verbundene Zubereitung im asiatischen Raum erlernen. Neben Mango und Papaya Salaten habe ich auch ein raw Pad Thai (traditionelles Reisnudelgericht der thailändischen Küche), ein Miang Kham (one-bite-wrap) in verschiedenen Varianten mit diversen „Füllungen“ und Geschmacksrichtungen sowie auch Kombinationen „gekocht“. Auch Nori Maki (ursprünglich aus Japan kommend) haben wir hergestellt und auf verschiedene Weisen angerichtet.

 

Nach jedem Workshop hatten ich dann Gelegenheit meine selbst zubereiteten Gericht mit den anderen Kursteilnehmen gemütlich in der Bar zu verzehren und den Abend oder den Tag in Ruhe mit Meerblick ausklingen zu lassen.

 

Meine erste Zeit in Thailand konnte ich sehr genießen und habe sehr viele schöne neue Inspirationen erhalten, die ich gerne hier in Deutschland anwende und mit Freunden oder auch im Rahmen von Workshops teile /und auch weiterhin teilen werde.

 

Jedem, der sich für so eine Reise interessiert, gebe ich gerne Auskunft, denn ich kann diese sehr empfehlen und plane schon meinen nächsten Aufenthalt, der dann über einen einwöchigen Kurs geht. Ach ja, nd nebenbei hat das Land natürlich auch sehr viele schöne weitere Möglichkeiten zu bieten, wie z.B. Tempelanlagen, die man besuchen kann und auch einen Naturpark, der in der Nähe des Evason Hua Hin Hotel gelegen ist, in dem man Elefanten, Büffel und andere Tiere in der freien Wildbahn beobachten kann…..