Als GGB Vollköstler beim Triathlon im Rahmen der Deutschen Meisterschaften 2019 in Berlin

Am ersten Wochenende im August 2019 fanden im Rahmen der Finals 2019 die Deutschen Meisterschaften in zehn verschiedenen Sportarten in Berlin statt. Darunter auch die im Triathlon mit einer Sprintstrecke von 750 m Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen. Neben den Profis (u.a. war auch der Weltmeister Patrick Lange bei den Profis am Start) gab es auch für Amateure eine beschränkte Anzahl von Plätzen, so dass das Teilnehmerfeld auf 800 Starter begrenzt wurde. Mit am Start bei den Amateuren war auch der GGB Vollköstler Ingo Lösche, der im Folgenden einen kleinen Einblick gewährt.

Hallo Ingo, schön, dass Du uns Rede und Antwort stehts. Wie fühlst Du Dich nach dem Rennen und wie war es für Dich?

Immer wenn ich bei einem Wettkampf durch das Ziel laufe, habe ich ein gutes Gefühl angekommen zu sein. Gerade hier vor einer Kulisse bei den deutschen Meisterschaften ist es noch etwas Besonderes, die letzten Meter angefeuert zu werden, u.a. auch von Doris Bramke, die als ehemalige Leichtathletin extra aus Lahnstein nach Berlin angereist ist, um sich mit ihrer Schwester die verschiedenen Meisterschaften anzuschauen. Grundsätzlich muss ich aber sagen, dass ich mich auf den längeren Distanzen wohler fühle, da dort das Tempo nicht so hoch ist. Das schnelle Tempo auf den Kurz- oder Sprintdistanzen ist eher etwas für die jüngeren Athleten. Insgesamt fühle ich mich nach dem Rennen aber sehr wohl und ich habe mir meine Kräfte sehr gut eingeteilt.

Kannst Du uns kurz einen Ablauf so eines Triathlon Wettkampfes mit 800 Teilnehmern geben?

Der Tag beginnt mit dem Einchecken. Dort wird vor allem das Rad auf Wettkampftauglichkeit überprüft, aber auch Helm und alle anderen Dinge. Ich packe und sortiere mir am Abend vorher immer schon meine Sachen so in verschiedene Taschen, wie ich diese dann am Wettkampftag nach und nach benötige. Diese platziere ich dann in der sogenannten Wechselzone an dem mit meiner Startnummer ausgeschilderten Bereich, so dass ich schnell von einer Sportart zur anderen wechseln kann. Der Start an sich erfolgt in verschiedenen Startwellen, die wie heute immer alle 10 min mit 150-200 Athleten erfolgten. Nach dem Schwimmen kommt man wieder in die Wechselzone, setzt den Helm auf und steigt auf das Fahrrad sowie nach dem Radfahren die ähnliche Prozedur bevor es zum Laufen geht. Im Ziel angekommen treffen sich meist alle Athleten vor den Verpflegungsständen, um sich noch ein wenig auszutauschen. Da haben aber alle unterschiedliche Vorgehensweisen mit zuerst Duschen oder erst alles zusammenpacken oder oder oder. 

Verpflegung ist ein gutes Stichwort, wie verpflegst Du Dich bei so einem Wettkampf?

Am Abend vorher esse ich immer eine extra große Portion des Frischkorngerichtes. Am Morgen des Wettkampfes – gerade wenn ich wie heute in der zweiten Startwelle um 8:10h starte – esse ich nur etwas Obst, meist ein oder zwei Äpfel und Bananen. Während des Wettkampfes sind es dann Bananen oder Datteln, die für mich immer sehr gut verträglich sind und mir auch die notwendige Energie geben sowie selbst gemachte Riegel, die aus verschiedenen Nüssen und/oder Datteln bestehen. Datteln sind bei mir immer – sehr lange gekaut und während des Radfahrens und Laufens mit kleinen Schlucken verzehrt – sehr beliebt. Nach dem Rennen gibt es an den Verpflegungsständen meiste eine große Auswahl, angefangen bei Kuchen, dann herzhafte Dinge, aber auch Obst, was in der Regel das Einzige ist, bei dem ich mich bediene, denn zuckerfreien Kuchen gibt es hier leider noch nicht, den bringe ich mir dann selbst mit. Wie heute z.B. einen aus frisch gemahlenem Dinkel und Zucchini aus dem eigenen Anbau. 

Hast Du mit Deiner Ernährungsweise noch andere Probleme (außer dass es an den Verpflegungsständen nur Obst für Dich gibt) und sprichst Du mit anderen Athleten darüber?

Probleme würde ich es nicht nennen, da ich mir immer etwas zu essen mitbringe und da weiß ich ganz genau wo es herkommt und was darin enthalten ist. Die Ernährung an sich hat in den letzten Jahren einen immer größeren Stellenwert bei den Athleten eingenommen und damit auch bei den Wettkämpfen Einzug erhalten, da es gerade im Spitzenbereich um jede einzelne Sekunde geht. Aber auch vermehrt im Amateurbereich merken viele, dass gerade die Regeneration mit einer guten Ernährung um Einiges einfacher und besser verläuft. Gerade bei den längeren Strecken (Mittel- und Langdistanz von 5 bis 12 Stunden Umfang an Wettkampfzeit) ist die Ernährung vor, während und nach dem Wettkampf sehr wichtig. Jeder Körper reagiert bei solchen Belastungen auf bestimmte Nahrung anders. Da tauscht man sich untereinander auch viel aus. Den Flyer vom GGB mit „Gezielt Gesund bleiben“ und dem Frischkorngericht als Alternative zu der bei den Triathleten sehr beliebten Riesenportion Nudeln am Abend vorher, habe ich schon ordentlich verteilt. Aber letztendlich muss jeder Athlet selber wissen, was er isst. Ich gebe da nur Hinweise, wenn man mich fragt und erkläre meine Vorgehensweise, mit der ich mich schon seit Jahren sehr gut fühle. Selbstverständlich wird diese auch immer wieder etwas auf meine jeweilige Lebenssituation und die Gegebenheiten angepasst, aber die Basis und die Grundsätze (wie kein raffinierter Zucker, keine Auszugsmehle, etc.) bleiben natürlich immer weiter bestehen.

Wie bist Du eigentlich zu der Ernährungsweise gekommen, die Du bereits seit einigen Jahren praktizierst und natürlich auch wie bist Du zum GGB oder auf den GGB gekommen?

In meiner Vergangenheit hatte ich immer wieder Probleme mit Allergien. Ein befreundeter Trainer hat mich einmal daraufhin angesprochen, dass ich diese mit einer Umstellung meiner Ernährung eventuell verlieren oder zumindest in der Wirkung reduzieren könnte. Das war bei mir der auslösende Moment, denn bereits im Folgejahr wurden die Reaktionen auf die Pollen gemäßigter und verschwanden nach 2 oder 3 Jahren dann vollends. Auf den GGB bin ich dann erst später gekommen, als ich zu Gast im Carpe-Diem in Prerow war. Dieses wird von einem GGBler (Mario Poppe) und seiner Frau geleitet. Die Diskussionen mit Mario über Ernährung haben mich auf ein ganz neues Level gehoben und so bin ich dann auf den GGB gekommen.

Wie sehen Deine weiteren Planungen für den Tag aus und hast Du diese Jahr noch weitere Wettkämpfe?

Ich werde jetzt hier die Zeit mit den anderen Athleten noch etwas genießen und mich unterhalten. Dann werde ich mit dem Rad noch eine kleine Runde drehen (eine Stunde) um runter zu kommen und nach Hause zu fahren. Dort werde ich gut Essen und die Beine für den Abend hoch legen. An Wettkämpfen ist noch eine Olympische Distanz in zwei Wochen geplant und dann zum Saisonausklang noch zwei Läufe über 5 und 10 km. Das war es dann für mich in diesem Jahr.

Vielen Dank für Deine Ausführungen und viel Erfolg weiterhin bei Deinen Wettkämpfen.

Danke und bis bald in Lahnstein.